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RE: Seltene Hunderasse/en

 von Yukkimaus , 27.01.2012 21:52

FCI-Standard-Nr. 48 / 12.03.1999 / D
Karelischer Bärenhund (Karjalankarhukoira)

Übersetzung: Frau Michéle Schneider, durch Dr. J.-M. Paschoud und Frau R. Binder-Gresly überarbeitet.

Ursprung: Finnland

Datum der Publikation des gültigen Originalstandardes: 12.03.1999

Verwendung: Dieser Hund wird vor allem zur Jagd auf Elch und Bär verwendet; er ist ein passionierter Jäger und stellt das Wild bellend. Er ist sehr unabhängig, aber er beteiligt sich aktiv an der Jagd und gibt Laut, um das Wild anzuzeigen. Seine Sinnesorgane, insbesondere sein Geruchssinn, sind scharf, was ihn zur Jagd auf Hochwild befähigt. Er hat einen sehr guten Orientierungssinn.

Klassifikation FCI:
Gruppe 5, Spitze und Hunde vom Urtyp
Sektion 2, Nordische Jagdhunde
Arbeitsprüfung nur für die nordischen Länder (Schweden, Norwegen, Finnland).

Kurzer geschichtlicher Abriss: Der Komi-Hund, der auch den Namen Hund der Zyrianer trägt, wird als Stammvater der Rasse angesehen. Aber der Grundstock der Rasse stammte aus Lagoda-Karelien, aus Olonets und aus dem russischen Karelien, wo diese Hunde auf verschiedene Art und Weise zur Jagd eingesetzt wurden. Die Zucht begann im Jahre 1936 mit dem Ziel, einen robusten Hund zu entwickeln, der bei der Jagd auf Großwild Laut gab. Der erste Standard wurde im Jahre 1945 erstellt. Im Jahre 1946 wurden die ersten Hunde in das Stammbuch eingetragen. Heute ist die Rasse in Finnland gut verbreitet.

Allgemeines Erscheinungsbild: Hund von mittlerer Größe und robuster, kräftiger Gestalt; die Körperlänge übertrifft die Widerristhöhe nur wenig; er ist dicht behaart und hat aufrecht stehende Ohren.

Wichtige Proportionen: Die Körperlänge übertrifft nur leicht die Widerristhöhe. Die Tiefe des Körpers betragt ungefähr die Hälfte der Widerristhöhe. Die Länge des Fangs verhält sich zur Länge des Schädels ungefähr wie 2: 3. Die Länge des Schädels entspricht ungefähr seiner Breite und Tiefe.

Verhalten / Charakter (Wesen): Von natürlicher Ausgeglichenheit, ein wenig reserviert, mutig und hartnäckig. Voll Selbstvertrauen, kann er sich gegenüber anderen Hunden aggressiv verhalten, aber nie Menschen gegenüber. Sein Kampfinstinkt ist stark entwickelt.

Kopf: Von vorne gesehen dreieckig.

Oberkopf:

Schädel: Breit; von vorne und von der Seite gesehen leicht gewölbt. Am breitesten zwischen den Ohren. Die Stirnfurche ist kaum sichtbar. Die Augenbrauenbogen sind nur schwach entwickelt.

Stop: Nicht stark ausgeprägt, eher lang, allmählich gegen den Schädel zu gewölbt.

Gesichtsschädel:

Nasenschwamm: Breit, von schwarzer Farbe.

Fang: Tief, sich gegen die Nase zu nur leicht verjüngend. Der Nasenrücken ist gerade.

Lippen: Eher dünn und gut anliegend.

Kiefer/Zähne: Die Kiefer sind sehr stark. Die Zähne sind symmetrisch und gut entwickelt, normales Gebiss, eng schließendes Scherengebiss.

Backen: Die Jochbogen sind kräftig.

Augen: Relativ klein, leicht oval. Ihre Farbe ist braun in verschiedenen Tönungen, nie gelb. Der Ausdruck ist wach und voller Feuer.

Ohren: Relativ hoch angesetzte Stehohren, von mittlerer Größe, mit leicht abgerundeten Spitzen.

Hals: Bemuskelt; von mittlerer Länge, gewölbt und von dichtem Haar bedeckt. Keine Wamme.

Körper:

Widerrist: Klar ausgeprägt, besonders bei Rüden; bei Hündinnen weniger markant.

Rücken: Gerade, bemuskelt.

Lenden: Kurz, bemuskelt.

Kruppe: Breit, kräftig, leicht abfallend.

Brust: Geräumig, nicht sehr breit, relativ lang; sie reicht ungefähr bis in Ellenbogenhöhe. Die Rippen sind leicht gewölbt; die Vorbrust ist klar sichtbar, aber nicht sehr breit.

Untere Profillinie und Bauch: Leicht aufgezogen.

Rute: Hoch angesetzt, von mittlerer Länge, bogenförmig über dem Rücken getragen, so dass die Rutenspitze den Körper seitlich auf einer Flanke oder auf dem Rücken berührt. Eine angeborene Stummelrute ist zulässig.

Gliedmaßen:

Vorderhand:

Allgemeines: Kräftig, mit starken Knochen. Von vorne gesehen gerade und parallel. Oberarm und Schulterblatt sind gleich lang; der Unterarm ist etwas länger.

Schultern: Relativ schräg, bemuskelt.

Oberarm: Leicht schräg, kräftig.

Ellenbogen: Sie sind gerade nach hinten ausgerichtet und liegen auf einer gedachten vertikalen Linie, die von der Schulterblattspitze ausgeht.

Unterarm: Kräftig, senkrecht.

Vordermittelfuß: Von mittlerer Länge, leicht schräg gestellt.

Vorderpfoten: Zehen kompakt, gut gewölbt, rundlich, gerade nach vorne gerichtet; die Ballen sind elastisch; ihre Seitenflächen sind dicht behaart.

Hinterhand:

Allgemeines: Kräftig und bemuskelt; von hinten gesehen gerade und parallel. Die Vorderseite der hinteren Gliedmaßen verläuft harmonisch gerundet.

Oberschenkel: Breit und lang mit kräftiger Muskulatur.

Knie: Bei mittlerer Winkelung gerade nach vorne ausgerichtet.

Unterschenkel: Lang, bemuskelt.

Sprunggelenk: Tief angesetzt, Winkelung klar sichtbar.

Hintermittelfuß: Kurz, kräftig und senkrecht.

Hinterpfoten: Zehen kompakt, ein wenig länger und flacher als bei den Vorderpfoten. Die Ballen sind slastisch; ihre Seitenflächen sind dicht behaart.

Gangwerk: Bewegung leicht, anstrengungslos und bodendeckend. Der Hund geht leicht vom Trab in den Galopp über, der die natürlichste Gangart darstellt. Die Läufe bewegen sich in parallelen Ebenen.

Haut: Am ganzen Körper gut anliegend, ohne Falten.

Haarkleid:

Haar: Das Deckhaar ist rauh und glatt. Am Hals, auf dem Rücken und an den Hinterseiten der Oberschenkel ist es länger als anderenorts. Die Unterwolle ist weich und dicht.

Farbe: Schwarz, kann glanzlos oder braun schattiert sein. Die meisten Exemplare weisen klar abgezeichnete weiße Abzeichen an Kopf, Hals, Brust, Bauch und Läufen auf.

Größe und Gewicht:

Widerristhöhe: Idealgröße für Rüden: 57 cm

Idealgröße für Hündinnen 52 cm

Toleranz +/- 3 cm

Gewicht: Rüden: 25 - 28 kg

Hündinnen: 17 - 20 kg.

Fehler:
Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.
º Leichte Knochenstruktur.
º Schmaler Schädel.
º Stark gewölbte Stirn.
º Spitzer Fang.
º Gelbe Augen.
º Weiche Ohren, Fledermausohren.
º Lose Haut am Hals.
º Zu weit herabreichende Brust oder fassförmige Brust.
º Rute gerade oder ungenügend gekrümmt.
º Steile Schultern.
º Steile Sprunggelenke und flache Pfoten.
º Afterkrallen an der Hinterhand.
º Gewelltes Haarkleid.
º Weiße Farbe vorherrschend mit schwarzen Abzeichen oder teilweise sog. Wolfshaar.

Ausschließende Fehler:
º Vor- oder Rückbiss.
º Glasauge.
º Hängeohren, oder hängende Ohrspitzen.
º Andere Farben als die im Standard beschriebenen.
º Menschenbezogene Aggressivität.

N.B.: Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.


Nicht unbedingt die Widerristhöhe von 54-60 cm bei den Rüden und 49-55cm bei den Hündinnen machen den Karelier, wie er kurz genannt wird, absolut geeignet für die Jagd auf wehrhaftes nordisches Großwild, sondern vielmehr sein kompakter, stahlharter Körper, seine explosive Kraft gepaart mit unerhörtem Kampftrieb, Wachsamkeit, Unabhängigkeit und grenzenlosem Mut sind die Voraussetzungen für den erfolgversprechenden Einsatz zur Jagd auf Bär, EIch, Luchs und Schwarzwild.

Die Farbe seines Fells ist schwarz mit braunem Schimmer oder schwarzweiß. Der Kopf des Kareliers ist recht groß und stumpf keilförmig, die Stirn breit und leicht gewölbt. Die steifen Ohren sind mittellang und stumpf zugespitzt, die dunkelbraunen Augen sind klein und feurig. Der Knochenbau wirkt derb, aber nicht schwer.

Voraussetzung für die Haltung eines solchen Hundes ist eine konsequente Erziehung und Haltung sowie die Befriedigung seines Bewegungsdranges. Obwohl sich der Karelische Bärenhund Artgenossen gegenüber sehr wild und rauflustig zeigt, ist er in der Familie ein lieber und treuer Begleiter, der jedoch immer wieder versucht, seinen Kopf durchzusetzen. Seine Haltung erfordert viel Verständnis und Einfühlungsvermögen.

Der Karelische Bärenhund wird inzwischen auch bei uns jagdlich geführt, jedoch nicht in dem Umfange, wie in seiner Heimat. Beste Grundlagen hierfür sind seine hervorragende Nase und seine Liebe zum Wasser. Ähnlich den Elchhunden ist auch die Jagdweise dieses Hundes. Abgeleint verschwindet er lautlos und sucht auf sehr große Distanz die Fährte seines Wildes. Diese Fährte meldet der Hund dem Jäger, indem er auf kürzestem Weg zu diesem zurückkehrt, um ihn zu führen. Ist der Jäger nachgefolgt, entfernt sich der Hund erneut, um das Wild zu stellen, zu verbellen und notfalls so lange zu attackieren, bis sein Herr zum Schuß kommt.

Yukkimaus
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