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Kreation Rennhund

 von Matthias , 07.08.2007 19:23

Kreation Rennhund
Natürlich blieben auch die Hunde selbst nicht vom menschlichen Ehrgeiz verschont. Noch windschnittiger, noch schneller, noch sprintfreudiger sollten die Polarhunde werden, damit das Siegertreppchen erklommen und ein schicker Pokal sowie mehr oder weniger hohes Preisgeld ergattert werden können. So begann man Jagd- und Windhunde in den Sibirischen Husky einzukreuzen. Es entstand der Alaskan Husky, der allerdings nicht als Rasse anerkannt ist.

Die Alaskan Huskies sehen recht unterschiedlich aus, erinnern rein optisch an besonders grazile Mischlinge. Kynologen, Tierschützer, ja sogar viele begeisterte Schlittenhundeführer sehen in Kreation und Einsatz der Alaskan Huskies eine große Gefahr: Sie sind u.U. tatsächlich noch schneller als die Sibirian Huskies. Sie verfügen jedoch nicht über deren Instinkte und Wesenszüge, die jahrhundertelang an die Arbeit mit dem Schlitten sowie ein Leben in Schnee und Eis angepasst worden sind.

Ein Husky „vom alten Schlage“ ist ausdauernder und robuster als der Alaskan Husky und weiß, wann er genug hat und nicht mehr kann. Hunden, bei denen Wind- und Jagdhund überwiegen, fehlt diese Klugheit mitunter. Stattdessen folgen sie spontan kurzfristigen Instinkten, was schlimme Folgen haben kann.

Innerhalb der verschiedenen Schlittenhundedachverbände wird darum heftigst gestritten: Die einen wollen nur reinrassige Schlittenhunde zu den Rennen zulassen.
Hunden, die nachweisbar einer der vier anerkannten Schlittenhunderassen angehören, die anderen sehen das nicht so eng. Abstammungsnachweise sind entsprechend unnötig. Diese Debatte ist die einzige, die mir je vorgekommen ist, bei der das Pochen auf Reinrassigkeit ausnahmsweise einmal zum Vorteil der Hunde gereicht ist.

Austauschbares Sportgerät
Die „Erfindung“ des Alaskan Husky zeigt zudem, wie sehr die Nordischen Hunde zum Sportgerät verkommen. Da wird tatsächlich versucht, eine Rasse so zu verändern oder eine neue zu entwickeln, nur damit die Hunde noch schneller rennen! Doch damit noch nicht genug:

Diese traurige Tatsache führt zudem dazu, dass viele Sibirian Huskies – meist gleich als ganzes Gespann – gegen Alaskans ausgetauscht werden. So ungefähr, wie wenn jemand die Automarke wechselt – oder den Ski. Und nun raten Sie einmal, wo dann die sechs bis acht Sibirian Huskies landen? – Natürlich im Tierheim !! Natürlich gibt es auch verantwortungsvolle Musher, für die die Hundehaltung eine Passion ist, und die so etwas nie tun würden. Aber die sind wohl eher die Ausnahme. Manchen werden auch ihre Hunde einfach nur zu alt, zu langsam. Sie wechseln nicht unbedingt die Rasse, sie wollen nur den Bestand verjüngen.

Ein weiteres Problem sind die vielen Schlittenhunde-Fans, die begeistert in den Sport einsteigen wollen, sich die entsprechenden Hunde anschaffen, dann aber merken, dass das doch nicht das richtige für sie ist, und die Tiere komplett als Gespann wieder abgeben. Erstaunlich groß ist die Anzahl derer, die den Zeit- und Arbeitsaufwand dieses „Hobbys“ massiv unterschätzen und sich schon bald nach etwas anderem umsehen.
Matthias
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Betreff Absender Datum
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