Forum "Haus zum Husky"

Allgemeines zum Tierschutz

Freud und Leid

 von Huskyangel , 03.09.2007 22:06

liegen oft so dicht beieinander. Das wissen wir auch alle. Oft hätte Leid verhindert werden können, wenn der Mensch verantwortungs-bewusster gehandelt hätte.

So auch bei der traurigen Geschichte der Siberian-Huskyhündin Laica, die ich gelesen habe und die mich sehr betroffen und traurig gemacht hat. Wieder einmal hat das Veterinäramt gezeigt, wie unfähig sie sein können, aber vielleicht lest Ihr selbst:
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Glück und Leid liegen oft so dicht beieinander!

Wir wohnen auf der Schwäbischen Alb und sind seit vielen Jahren Besitzer von zwei Schlittenhunden. Unsere Cora (Sib. Huskyhündin) kam von einem Tierheim aus Spanien zu uns und unseren Chucky (Alaskan Malamute ) haben wir von der Nothilfe für Polarhunde e.V..

Vor einigen Jahren zog in das Haus neben uns eine nette Familie ein, mit einem damals 10.jährigen Sohn. Wie es oft auf dem Dorf ist, haben wir uns mit dieser Familie ein bisschen angefreundet. Sie liebten unsere beiden Fellbündel sehr und wir haben gemeinsam viele Spaziergänge gemacht. Ab und zu ist Fam. W. auch mal mit unseren Zwei alleine losgegangen. Es war eine sehr verlässliche, nette Familie, denen wir unsere Zwei mit gutem Gewissen für 2 Stunden mitgeben konnten (wohl bemerkt immer an der Leine!). Nach 2 - 3 Jahren war es dann soweit, dass Fam. W. unbedingt auch einen eigenen Schlittenhund haben wollte. Frau W. war zu diesem Zeitpunkt in Kur und ihr Mann wollte sie mit einem Hund überraschen, was aber vorher zwischen den Eheleuten besprochen war, dass ein Hund ins Haus kommen sollte.
Also fuhren wir mit Herr W. und Sohn in die Auffangstation Süd um nach einem geeigneten Hund zu schauen. Wir fanden in der Hündin Laica den totalen, lieben Anfängerhund. Sie war super lieb, verschmust und in jeder Beziehung einfach ein toller Hund. Fam W. war überglücklich mit ihrem Fellbündel. Gemeinsam mit unseren Hunden haben wir sehr viel unternommen. Es waren auch für Laica zwei sehr schöne Jahre.
Plötzlich fing es zwischen den Eheleuten an zu kriseln und nach vielen, vielen Streitigkeiten ist die Frau W. ca. ein weiteres Jahr später ausgezogen. In dieser Zeit hatte Herr W. leider dem Alkohol immer mehr zugesprochen. Ich hatte die ganze Situation mit großer Sorge beobachtet, habe auch mehrere Versuche unternommen zwischen den Eheleuten zu schlichten, betreff Laica. Laica wurde nach wie vor gut versorgt, sie war auch nach wie vor sehr vergnügt und hing mit großer Liebe an ihrem Herrchen und dieser an ihr. Somit hatte ich mich in das eigentliche Familienleben nicht weiter eingemischt. Nachdem Frau W. nun ausgezogen war, hatte ich zunächst noch Kontakt mit ihr und sie hatte am Anfang auch noch regelmäßigen Kontakt zu Laica. Der inzwischen 13-jährige Sohn lebte weiterhin bei seinem Vater, er wollte auf Laica nicht verzichten.

Leider, leider begann mit Herr W. ein furchtbarer sozialer Abstieg. Das Trinken wurde immer schlimmer, er verlor sein Auto, seine Arbeit und wurde psychisch schwer krank. Er wollte sich mit Tabletten das Leben nehmen, wurde aber von seinem Sohn rechtzeitig gefunden. Nach diesem Zwischenfall zog der Sohn zu seiner Mutter, sie wohnte nur 5 km weg von der alten Wohnung. Ich beobachtete weiterhin alles mit größter Sorge und bat Frau W. sie möge doch Laica ganz zu sich nehmen. Was mich nun doch sehr erschütterte, Frau W. hatte, einschließlich ihrem Sohn plötzlich kein Interesse mehr an Laica. Es sei ihr zuviel, dreimal am Tag mit dem Hund spazieren gehen und auch sonst sich um den Hund zu kümmern habe sie keine Lust mehr.

Ich war sehr verzweifelt, da mir Laica selbst sehr ans Herz gewachsen war. Ich hätte sie sofort zu uns genommen, nur haben meine zwei Fellbündel keinen anderen Hund geduldet und Laica war auch sehr dominant. Ich habe mehrmals versucht mit Herr W. zu reden, dass er doch Laica abgeben solle, da er ihr doch nicht mehr gerecht werden könne. Er weinte bitterlich und sagte Laica sei sein einzigster Halt und er würde sie über alles lieben, was auch der Wirklichkeit entsprach. Auch Laica hing abgöttisch an ihrem Herrchen. Was sich allerdings in der Wohnung abspielte, wenn Herr W. zuviel getrunken hatte, weiß ich natürlich nicht. Für mich war nur klar: Der Hund muss aus der Wohnung raus!!! Da Herr W. Laica mir nicht übergeben wollt, meldete ich mich nochmals bei Frau W. und bat sie Laica doch zu einem Spaziergang abzuholen und sie mir dann zu übergeben, damit ich sie dann wieder in die Auffangstation bringen könnte ( ich hatte zwischenzeitlich mit Frau Schwartze Kontakt aufgenommen ).Nicht einmal dazu war Frau W. bereit, sie und ihr Sohn hatten keinerlei Interesse mehr an dem Hund, furchtbar wie sich Menschen ändern können!!!!

Dann habe ich mich an den Amtstierarzt gewandt und ihm die Situation geschildert. Es hatte von meiner Seite mindestens fünf Anrufe und immer wiederkehrende Aufforderungen bedurft, bis er sich der Situation gestellt hatte. Ich musste ihm auch die ganze Geschichte erst schriftlich zukommen lassen, bevor überhaupt etwas von Amts wegen unternommen wurde. Als er sich dann die Situation anschauen wollte, hatte ich von Frau Schwartze bereits eine Einverständniserklärung bekommen, dass ich Laica übernehmen dürfte, um sie in die Auffangstation zu bringen
.
Nach weiteren Tagen bangen Wartens bekam ich dann die Rückmeldung vom Amtstierarzt, dass die Situation nicht so schlimm sei, wie ich es geschildert hätte und er keine Notwendigkeit zum jetzigen Zeitpunkt sehen würde, den Hund aus der Wohnung zu nehmen. Herr W. hätte von ihm die Auflage bekommen, genau Buch zu führen, wann und wie lange er mit dem Hund spazieren gehen würde. So ein Blödsinn, wer will das nachvollziehen!!! !

Allerdings hatte ich danach den Eindruck, Herr W. hätte sich wieder ein bisschen berappelt, man sah ihn wieder regelmäßig mit Laica spazieren gehen und auch sonst machte er wieder einen aufgeschlosseneren Eindruck.

Ca. 3 Wochen später kam Herr W. ganz aufgeregt zu mir und erzählte, er habe in der Stadt seinen Sohn getroffen und habe ihn gefragt, wenn mit ihm mal was sei, ob er und seine Mutter sich dann um Laica kümmern würden, daraufhin bekam er als Antwort: " Häng sie doch an den nächsten Baum, dann bist Du sie los". Herr W, war völlig außer sich über diese Bemerkung.

Zwischenzeitlich lief bei Herr W. auch eine Räumungsklage, da er bereits seit fast 1 Jahr keine Miete mehr bezahlt hatte. Das Schicksal nahm einen furchtbaren Verlauf.
Acht Tage nachdem er seinen Sohn getroffen hatte, zündete Herr W. seine Wohnung an, morgens um 4.00Uhr, so dass man erst darauf aufmerksam wurde, als man Laica furchtbar schreien hörte. Ich selbst sah die Flammen aus der Wohnung kommen und hörte dieses fürchterliche Schreien des Hundes, Ich habe sofort die Feuerwehr gerufen, die auch wirklich keine fünf Minuten später zur Stelle war, aber es war nichts mehr zu retten. Herrchen und Hund sind qualvoll verbrannt. Nie werde ich die furchtbaren Schreie der lieben Laica vergessen, die jämmerlich verbrannte. Nur weil ein Amtsveterinär nicht ausreichend reagierte und die übrige Familie auf dem L.m.A.-Standpunkt stand. Ich musste wieder einmal erleben, wie machtlos man als Tierschützer ist, wenn man keine Unterstützung des Amtstierarztes bekommt.

Ich habe mir dann erlaubt, dem Veterinär mitzuteilen, dass er die Akte W. schließen könne. Es wäre ja nun eingetreten, was ich befürchtet hätte, nämlich etwas Furchtbares. Ich ließ noch folgenden Zeitungsausschnitt in der Tagespresse drucken.





Vielleicht hat ja der Rest der Familie noch ein kleines Gewissen und macht sich nun seine Gedanken. Auf jeden Fall habe ich von einigen Tierliebhabern aus unserem Ort ein sehr positives Feedback erhalten.
Diese traurige Geschichte hat mir wieder einmal gezeigt, wie zeitaufwendig aktiver Tierschutz ist, wie vieler Telefonate es bedarf, nur um ein kleines Stückchen weiter zu kommen und leider nicht immer mit Erfolg. Meine ganze Hochachtung gilt den "aktiven" Tierschützern, die Tierschutz zu ihrer Lebensaufgabe machen, somit natürlich auch allen Aktiven des Vereins "Nothilfe für Polarhunde".
Ich würde mir wünschen, dass mehr Menschen nicht wegschauen, wenn es um Tiere in Not geht.

Karin Christner

P.S. Leider ist in der Zwischenzeit unser geliebter Chucky, an Knochenkrebs verstorben. So furchtbar es für uns war, haben wir uns entschieden gleich wieder einem lieben Kerlchen ein gutes Heim zu geben. Unser geliebter Maruck ist erst 1 Jahr alt und hat wirklich noch nicht viel Schönes in seinem kurzen Leben erlebt, was er jetzt bei uns alles nachholt und total aufblüht.






Laica



Ein Bild aus gemeinsamen, glücklichen Tagen


Der Fall Laica ist ein Beispiel dafür, wie machtlos Tierschützer sind, wenn die Unterstützung der Ämter fehlt............ es sei denn die Leute geben die Tiere freiwillig heraus. Leider ist das selten der Fall. Ich dachte, diese schreckliche Geschichte, die eine von vielen ist, sollten ganz ganz viele Menschen lesen!!

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Quelle: Journal für nordische Hunde / Ausgabe 35 / August 2007

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Frau Monica Schwartze von der Nothilfe für Polarhunde Freudenstadt.

http://www.polarhunde-nothilfe.com


lg tina & rudel
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Unglück hat mich gelehrt, Unglücklichen Hilfe zu leisten, Publius Vergilius Maro, röm. Nationaldichter

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