Forum "Haus zum Husky"

Der HSH

#1 von Manu , 18.06.2008 11:06

Der gemeine Huskymensch - Homo Sapiens Huskyleinicus.

Vielleicht läuft er Ihnen mal über den Weg, irgendwo, inmitten einer hochbewachsenen Wiese beispielsweise. Plötzlich taucht er auf, dieser eigenartige Zweibeiner. Zumeist in starker Rückwärtslage und gleichzeitig extrem nach vorn und schräg abwärts gestreckten Armen. Auf abschüssigem Gelände wirkt dieser Anblick besonders bizarr!
Er bewegt sich viel zu schnell, zumindest für einen Spaziergänger. Ein Jogger in dieser Haltung? Seltsam. - Das hohe Gras lässt Sie nicht erkennen, was ihn wohl antreibt. Bleiben Sie einen Moment ganz ruhig stehen und passen Sie gut auf, denn der Spuk ist gleich wieder vorbei. Nur noch wenige Meter trennen Sie von Ihrer ersten leibhaftigen Begegnung mit einem der seltenen Exemplare des Homo Sapiens Huskyleinicus - kurz HSH.

Ach, das sind aber mal süße Hunde!
Noch bevor Sie diesen wirklich drolligen Satz zu Ende gesprochen haben, ist Ihre eben erst begonnene Konversation auch schon wieder zu Ende. Aus der Ferne hören Sie gerade noch: "Ja, ich weiß", oder etwas ähnliches. Diese doch recht ungewöhnliche Abart des unbepelzten Zweibeiners tritt immer in Gemeinschaft mit einem oder mehreren dieser "süßen Hunde" auf, die in der Kynologie unter dem Namen Sibirischer Husky bekannt sind. Und immer wird eine solche Begegnung für sie völlig überraschend kommen. Das liegt an dem enormen Tempo, welches dieser Symbiose zu eigen ist.

Treffen Sie auf das Ganze in Verbindung mit einem Wagen oder Schlitten, der sich höllisch rasch auf Sie zubewegt, so zögern Sie bitte keine Sekunde. Stehen Sie nicht so rum! Aus dem Weg mit Ihnen!

Springen Sie zur Seite, in den Graben, auf einen Baum.
Jetzt und sofort. Der HSH ist zwar "the leader of the pack" - theoretisch - auf die vorgegebene Geschwindigkeit und die genaue Richtung hat er in der Praxis jedoch nur bedingt Einfluss. Husch, husch - zurück auf die Bäume also!

Was genau ist dieser Homo Sapiens Huskyleinicus? Wie ist ein Huskymensch? Was unterscheidet ihn von anderen Menschen?
Nun, eigentlich ist er ganz gewöhnlich, so wie du und ich, oberflächlich betrachtet. Er verdient sein Geld mit einem ganz gewöhnlichen Job, fährt ein ganz gewöhnliches Auto, führt ein ganz gewöhnliches Leben ... Theoretisch!

Der typische HSH hat ein sehr strapazierfähiges Nervenkostüm und verfügt über ein besonders ausgeprägtes Improvisationstalent. Er ist unglaublich tolerant und extrem geduldig, lebt für seine Hunde und liebt seine Familie, weil sie extrem tolerant und unglaublich geduldig ist. Er ist fast ständig unterwegs und Sie können Ihren Huskyfreund eigentlich nur via Handy erreichen. Theoretisch!

Rufen Sie ausschließlich in dringenden Notfällen an.
Ein HSH, im Gespann mit den Huskys - das bedeutet Vollgas, höchste Konzentration! Das Handy kann nur unter akuter Lebensgefahr bedient werden. Er hat auch so schon alle Hände voll zu tun. Also, verkneifen Sie sich den Anruf, wenn es nicht wirklich wichtig ist!

Ein rundum zufriedener HSH lebt in einem Familienverband, dessen einzelne Mitglieder ebenso durch das Husky - Virus infiziert sind. Das ist eher die Regel, als die Ausnahme, denn dieses Virus ist hochansteckend und setzt sich schon nach kurzer Zeit im Cortex des Menschen fest. Es erzeugt den unbändigen Wunsch nach immer noch mehr Huskys.

Huskymenschen haben eine, gegenüber der Norm, stark verschobene Werteskala. Karrieredenken war vorgestern, Edelklamotten landen im Altkleidersack, so geht es auch den Highheels vom letzten Sommer, und Flugreisen entbehren jeglicher Attraktion, außer es handelt sich um einen Flug nach Alaska. Outdoorshops werden stark frequentiert, der Drang nach Freiheit und Unabhängigkeit nimmt dramatische Formen an.

Unterhaltungen oder Diskussionen mit einem HSH enden unweigerlich bei den Huskys, egal welches Thema der Ausgangspunkt gewesen sein mag. Selbst von der Nahostkrise oder Ihren durchaus schwerwiegenden Eheproblemen wird Sie ein Husky - verrückter Gesprächspartner freundlich, aber bestimmt abzulenken wissen. Urplötzlich geht es doch wieder um die wirklich relevanten Dinge, die das Leben eben ausmachen. Beispielsweise um den letzten Ausflug, der im Graben endete, die verletzte Pfote eines Hundes, den gerade anstehenden Fellwechsel...

Die alten Freunde von früher, also im Jahre X v. H.( vor Husky ), wenden sich mehr und mehr ab, denn der HSH hat, entgegen alter Gewohnheiten, keinen Sinn mehr für Abende in rauchgeschwängerten Kneipen und dröhnenden Discos. Er (oder sie) verbringt das Wenige an freier Zeit lieber im Garten oder auf dem Balkon.

Der HSH widmet seinen Hunden mehr Zeit, als jeder andere Hundehalter.
Er ist länger mit ihnen im Freien, bedingt durch das ungeheure Laufbedürfnis dieser Spezies. Er redet mehr mit ihnen - allein schon, weil sie dermaßen stur sein können. Und, wundern Sie sich nicht, er spricht in vollständigen Sätzen, die sind bei einem Husky durchaus angebracht, schließlich handelt es sich um ein logisch denkendes Lebewesen! Er kann sich eigentlich leicht vorstellen, nichts anderes mehr zu tun, als nur noch zu leben - im Verbund mit den Huskys selbstverständlich. Und das Bedürfnis nach lärmfreien Zonen, menschenleeren Landschaften, windgepeitschten Ebenen wird von Tag zu Tag stärker.

Und nichts ist mehr so, wie es war.



Mit einem kurzen Schweifwedeln kann ein Hund mehr Gefühl ausdrücken,
als mancher Mensch mit stundenlangem Gerede.
Louis Armstrong (04.08.1901 - 06.07.1971)

Angefügte Bilder:
wolf_howl_md_wht.gif  
 
Manu
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zuletzt bearbeitet 18.06.2008 | Top

RE: Der HSH

#2 von Helen , 18.06.2008 13:23

Hey
den Beitrag kenne ich habe ihn mir ausgedruckt und an die Wand getackert als Nick ein Jahr alt war.
Habe mich wirklich so gefühlt. Der war nämlich ziemlich häftig in der Pupertät. Hat mich dan immer aufgemuntert.
Gruß Marion

Helen  
Helen
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RE: Der HSH

#3 von Sternchen , 18.06.2008 22:11


Manu,

Der Beitrag ist, da fühlt man sich geradezu angesprochen.

Ich habe vor 14,5 Jahren auch so ein Erlebnis mit Alinka und Raudi gehabt

danach sage ich immer langsam, Frauchen ist krank.

Dann gehen alle manierlich und keiner unserer Huskys zieht mehr bei mir an der Leine.

LG Marianne


 
Sternchen
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